Farben - So bunt wie die Natur

Farbstoffe aus der Natur, gewonnen aus Wurzeln, Blättern oder Läusen, überzeugen durch Vielfalt und Harmonie. Aber das Wissen darum droht verloren zu gehen. Wir haben uns daran gewöhnt, dass Textilien in jeder erdenklichen Farbschattierung angeboten werden. Um ihre Herstellung und die damit einher gehende Belastung der Umwelt kreisen unsere Gedanken eher selten. Die Chemie versteht sich trefflich darauf, immer mehr Farben synthetisch herzustellen, zu günstigen Preisen und mit fast unbegrenzter Verfügbarkeit. Die Jahrtausende alte Naturfärberei hingegen ist aufwändig und erfordert viel Geduld und Erfahrung. Aber es gibt Menschen, die sich mit Erfolg darum bemühen, die alten Techniken anzuwenden und weiterzuentwickeln, mit überzeugenden Ergebnissen. Schaut man ihnen interessiert zu, wächst der Respekt vor der Natur und es drängen sich Gedanken auf, wie wir mit knappen Ressourcen umgehen. Das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt viele Menschen, mit den beiden Filmen werfen wir noch einmal einen etwas anderen Blick darauf.

Naturfärberei weltweit

DOBAG in der Türkei

„Farbtopf der Natur“ heißt der Film über die Wiederbelebung der Naturfärberei in 25 Dörfern der West-Türkei. Ab 1981 recherchierte Dr. Harald Böhmer, wie dort früher gefärbt wurde, er probierte die alten Rezepte aus und erforschte die Farbstoffe in antiken Teppichen. Das neu gewonnene Wissen gab er dann in vielen Färbekursen an die Menschen vor Ort zurück. DOBAG ist ein Projekt der Marmara Universität in Istanbul und so etwas wie ein Gütesiegel. Aus der nach alter Tradition gefärbten Schafwolle knüpfen die Frauen Teppiche, die weltweit Liebhaber finden.
Die meisten Pflanzen zum Färben finden sich vor Ort. Kamille für Gelb wächst im Frühjahr rund um die Dörfer. Krapp, ein unscheinbares Kraut, dessen getrocknete und  gemahlene Wurzeln einen Farbstoff für Rot liefern, wird wieder in den Gärten angebaut, genau wie Färberwau, dessen Blätter und Stengel zum Gelbfärben geeignet sind. Blau färben die Frauen mit Indigo Pulver, einem der ältesten Färbemittel.
Leider wurde das Projekt 2019 beendet und das alte Wissen droht nun erneut verloren zu gehen.

artis tinctoria in Deutschland

„Farbenrausch“ heißt der Film, in dem wir Dieter Kaiser vorstellen. Er sorgt dafür, dass die Naturfärberei weiter lebt. Seit 40 Jahren färbt er in seiner Werkstatt in Süddeutschland und erzeugt eine Farbpalette, die ihresgleichen sucht. Auch er benutzt zum Rotfärben Krapp aus seinem Garten und zum Gelbfärben Färberwau. Aber bei ihm kommen auch Cochenille Läuse zum Einsatz. Und er variiert den Färbesud, indem er den ph-Wert verändert oder die Beize, in der die Wolle vorbehandelt wird. Richtig spannend wird es, wenn er die Wolle überfärbt und die bunten Stränge in die Indigo Küpe taucht.
Bei ihm ist alles Handarbeit, er arbeitet ungern  mit großen Maschinen, um immer genügend Einfluss auf die Färberei nehmen zu können. Aber vor allem ist für ihn wichtig, dass die Naturfärberei eine  ökologische Art und Weise ist, Farbe herzustellen. Er weiß, dass Naturfarben synthetische Farben heute nicht mehr ersetzen können, aber dennoch sieht er viel mehr Einsatzmöglichkeiten dafür. Und er möchte, dass das alte Handwerk bewahrt und weitergegeben wird.

Die Filme

Beide Filme sind jeweils ca. 20 Minuten lang. Bei Interesse können englische Untertitel zugeschaltet werden. Die Filme stehen für sich, sie können einzeln geschaut werden, aber am besten schaut man sie nacheinander, da sie sich sehr gut ergänzen.
Es gibt eine DVD und eine Blu-Ray, auf der beide Filme zu sehen sind. Zur privaten Nutzung können sie direkt über diese Website bestellt werden. Aber die Filme können auch online in hoher Qualität als Video on Demand angeschaut werden. Den Link finden Sie unten.
Für Öffentliche Vorführungen und Veranstaltungen, in Kinos oder anderen Orten, leihen wir gern ein professionelles DCP oder eine Blu-Ray aus. Anfragen an: info@bt-medienproduktion.de

    Die DVD ist ab 15. Oktober lieferbar und kann ab sofort für 26 Euro unverbindlich vorbestellt werden:

    In Kürze kann hier
    der Film als VoD ausgeliehen werden

    Eine Produktion der:

    bt-medienproduktion

    BUCH / REGIE:
    BARBARA TROTTNOW

    KAMERA:
    RÜDIGER KORTZ, JONAS TROTTNOW

    SCHNITT:
    JONAS TROTTNOW

    Gefördert von: